ml> Allein in Australien

Tage wie diese...

Es gibt wieder so einiges zu erzaehlen aus Suedaustralien. Ich fange am besten mit Freitag (den 03.08) an. In der Schule, 2. Stunde, Biology. Ich stiefel zusammen mit Georgie und Brianna in den Raum und ein ziemlich unappetitlicher Geruch weht uns entgegen. Auf den Tischen, die rechts im Raum stehen, liegen in grossen, weissen Tupperdosen Schaafherzen (ist das der Plural von Herz?) und Skalpells bereit. Unsere etwas hyperaktive Biolehrerin begruesst uns strahlend, fragt mich noch schnell wie es mir geht (da die Schule sehr klein ist, ist das Lehrer-Schueler Verhaeltnis deutlich familiaerer als bei uns) und schickt uns dann zu den Schutzmaenteln, die in der linken Ecke des Raums in einer rollbaren Gaderobe haengen. Wir folgen dem Beispiel von einigen anderen Schuelern, die ihre Maentel schon uebergezogen hatten, streifen uns die, nach Zahnarzt riechenden, Handschuhe ueber und stellen uns um einen der Tische. Georgie starrt angewidert das Herz an, waehrend unsere Biolehrerin, Miss Sue, den Schuelern erklaert worauf sie beim Herz Zerschnippeln achten sollen. Da weder Brianna, noch Holly (die sich zu uns an den Tisch gestellt hatte) und Georgie sowieso nicht, Anstalten machten das Herz in die Hand zu nehmen und, wie die erste Aufgabe lautete, den Finger durch die Aorta zu stecken, habe ich (als angehende Super-Aerztin ) das uebernommen. Es war eine wirklich sehr interessante Stunde. Wir haben von dem Herzen Scheiben abgeschnitten und Scheibe fuer Scheibe das Innere untersucht. Nachdem wir alle Aufgaben und Fragen auf unseren Arbeitsblaettern beantwortet hatten und die Reste von unserem Schaafherzen entsorgt hatten, holte Miss Sue eine groessere Schuessel heraus. Darin lag nicht nur ein weiteres Schaafherz, sondern an dem Herzen war auch noch eine Schaaflunge, Luftroehre und Leber dran. An diesen Schaafsinnereinen (die wirklich gestunken haben wie Sau... oder Schaaf) hat sie uns allen erklaert wie unser Koerper funktioniert. Die die sich trauten, durften auch darin noch ein wenig herumschnippeln. Die einzigen, die sich dem armen Schaaf genaehert haben, waren, neben Miss Sue, Sarah und ich. Dann hat es geklingelt und unsere Doppelstunde Bio war vorbei. Sie war das Highlight meiner Schulwoche (vom Lerntechnischem her). Auch wenn meine Haende den ganzen Tag nach Zahnarzt gestunken haben.
Nach der Schule hat Marie Callaghan (die Frau von meinem Councillor) mich abgeholt, um mit mir bei der lokalen Bank ein Bankkonto fuer mich zu eroeffnen. Danach haben wir uns in eines der Cafes mit Meerblick gesetzt und Marie hat mir einen Milo (eine Art heisse Schokolade) spendiert. Sie hat mich gefragt, wie es mir geht, wie die Schule ist und ob generell alles okay ist. Es ist alles okay. Aber es ist trotzdem gut zu wissen, dass, falls irgendwann was ist, es jemanden gibt, den ich anrufen kann. Nach einem netten Gespraech hat Marie mich zu KFC gebracht, wo Mel, Georgie und Chloe auf mich warteten. Nachdem wir uns jede einen "Twister" gegoennt hatten, haben wir Maedels uns auf den Weg zum Kino gemacht. Dort haben wir uns den neuesten Harry Potter Film angeschaut und schliesslich hat Chloe mich und Mel nach Hause gefahren. Ich muss sagen, das ist einer der Punkte, die mich hier wirklich frustrieren. Die Jugendlich hier fahren alle Auto (mit 16 darf man seinen Fuehrerschein machen und muss dann die erste Zeit mit Begleitung eines Elternteils fahren) und ich habe 2 Fahrlehrer als (Gast)Eltern und ich darf nicht! Aber Costa (sein Vater ist Grieche) und die Maedels haben schon gesagt, dass wir irgendwann mal raus fahren in den Busch und die mir da das Fahren beibringen.
Samstag.
Samstag war Footy (australian rules football) Tag. Neville und sein Team haben am Nachmittag gegen Wangerie in Wangerie gespielt. Ich muss sagen, das ist ein ziemlich chaotisches und auch ein ziemlich brutales Spiel. Aber die Australier sind verrueckt danach. Inzwischen kenne ich auch die grundlegenden Regeln. Schuss durch die mittleren Pfosten: 6 Punkte, Schuss durch die Aussenpfosten: 1 Punkt. Tacklen, Hauen, Aufeinanderspringen, Shirt festhalten ist anscheinend erlaubt.
Leider haben Neville und sein Team verloren, was daran liegen koennte, dass sie staendig den Ball zu dem gegnerischen Team gekickt haben.
Ich habe mal aus Neugier, in die Runde nach Soccer gefragt: "Uuurgh, das ist doch so ein langweiliges Spiel! Es gibt kaum Tore und es passiert ueberhaupt nichts."
Am Abend war dann DAS Spiel, auf das alle in South Australien gewartet hatten. PORT ADELAIDE vs ADELAIDE CROWS. Ich hatte mich vorher schon, auf Draengen der Einwohner hier, fuer ein Team entscheiden muessen. Ich habe Port gewaehlt, weil die das schoenere Trikot haben und Mel fuer die ist. Neville und Graham sind Crows supporter. Carol  ist fuer beide Teams, wenn sie nicht gerade gegeneinander spielen. Am Samstag war sie fuer die Crows, weil sie es denen auch mal goennen wuerde. Es war ein lustiger Abend, aber leider hat Port verloren. Ich denke ich sollte mich vllt umentscheiden, aber dann killt Mel mich wahrscheinlich.
Sonntag.
Sonntag war ein toller Tag. Melina musste den ganzen Tag arbeiten und Carol hatte auch irgendwas zu erledigen. Also hiess es ich und die Boys. Wir sind zu dem Haus der Freunde von den Benons gefahren. Die Freunde von den Bensons sind (wie viele Australier, die in Rente sind und es sich leisten koennen) ueber den Winter im Western, weil es da waermer ist. Da sie eine Katze haben, die Maggie heisst, und die fetteste Katze ist, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe, fahren die Bensons taeglich nach Marina, um das Monster zu fuettern und nach dem Haus zu gucken. Marina ist ein Stadtteil in Port Lincoln. Das Reichen Viertel. Wo die ganzen Millionaere von Port Lincoln (und es gibt hier einige) wohnen. Alle Haeuser in Marina haben Meerblick. Das geht, weil es eine Art Bucht ist mit drei "Buchtarmen" ist. Die meisten Hauser in Marina haben einen Steg von ihrem Garten aus, der ins Wasser fuehrt und neben diesem Steg, liegt das Boot, das die beisten Leute in Marina besitzen. Graham besitzt auch ein Boot. Allerdings nicht so eins, wie die meisten Leute in Marina, sondern ein kleines, rotes Gummimotorboot. Das steht bei den Freunden von den Bensons in Marina auf dem Steg. In diesen Boot bin ich zusammen mit Graham und Neville gestiegen und die zwei haben mir auf dem Wasser Marina gezeigt. Dann sind wir raus aufs Meer gefahren. Das Boot kann wirklich schnell werden und es hat unglaublich Spass gemacht. Graham hat mir die Tunafarmen gezeigt, die die Millionaere hier zu Millionaeren machen. Wenn ein Fisch genau die richtige Groesse hat und genau den richtigen Anteil an Fett, dann sind Japaner bereit fuer diesen genau richtigen Fisch 1 000 Dollar zu zahlen. Verrueckt!
Als wir also so durch das Wasser duesten schrie Graham ploetzlich: "Laura look! A daulphin!" Und ich lookte und sah ihn: EIN DELFIN! Er sprang kurz in die Luft und dann ist er eine Zeit lang direkt neben unserem Boot geschwommen. Ich haette die Hand austrecken koennen und ich haette ihn beruehrt. Graham hat mir erzaehlt, dass Delfine das oft machen. Neben den Booten herjagen.
Ich war danach total benebelt vor Glueck. Ich wollte unbedingt einen Delfin sehen und bei meiner ersten Bootstur huepft mir gleich einer vors Boot. Manchmal habe ich echt Mordsglueck.
Schliesslich haben wir am Strand vor der City mit den ganzen Cafes in Port Lincoln angelegt. Graham und ich sind los, um uns etwas zu Essen zu kaufen. Neville hat auf das Boot aufgepasst. Graham hat mich ueberedet mit ihm den Fischkorb zu essen. Ein Krob voll mit verschiedenen Arten von Fisch (alles in einer leckeren Kruste) und Pommes. Fish & Chips. Ich war wirklich skeptisch, weil ich ja nun absolut kein Fischesser bin, aber noch voll mit Delfinglueckshormonen war ich bereit das Zeug zu probieren. Wir haben uns an den Strand gesetzt, die dummen Moewen weggescheucht, die uns staendig das Essen klauen wollten, und ich habe Fisch gegessen. Und ich habe es gemocht. Garnelen, Hummer und Fisch, alle moeglichen Arten von Fisch (bloss Carlamari habe ich nicht gegessen). Das ich das Zeug gemocht habe, koennte allerdings auch an der leckeren Kruste gelegen haben, die ein wenig den Geschmack von dem Fisch verdraengt hat oder an den Delfinglueckshormonen.
Dann sind wir zurueck zu den Freunden von Benson geduest, haben das Boot abgegeben und der fetten Maggie Schuess gesagt.
Montag.
Montag ist nichts aufregendes passiert. Schule war angesagt und da habe ich mich schon vollstaendig dran gewoehnt. Maths, Religion, Geography, Biology, Legal Studies, Chemistry, English. Mein Plan fuer Montags.
Dienstag.
Nichts besonderes in der Schule. Abends war Rotary Meeting angesagt. Pat hat mich von den Bensons abgeholt. Ich war diesmal in voller Rotary Pracht : Poloshirt und Jacket. Mit Deutschland Fahne (um die mich Pat gebeten hatte, damit sie bei dem Meeting aufgehaengt werden kann) und Syke Rotary Wimpel bewaffnet. Beim Meeting habe ich ueberraschender Weise eine andere Austausschschuelerin getroffen. Chantal aus Canada, die in jetzt fuer ein Jahr in Adelaide wohnt. Es tat gut mal mit jemandem zu sprechen, der die gleichen Erfahrungen macht und ein bisschen ueber die Australier zu laestern. Das Meeting war ansonsten so wie immer, nicht gerade besonders aufregend. Ich musste wieder kurz durchs Mirko erzaehlen wie es mir geht und was ich die Woche so ueber gemacht habe. Mit Chantal habe ich Email Adressen getauscht. Aber wir sehen uns sowieso naechstes Wochenende wieder, denn dann ist ja das Austauschtreffen aus diesem Distrikt, wo sich alle Austauschschueler aus dieser Gegend sehen und was zusammen machen. Ich freue mich schon darauf.
Achja sorry guys, aber ich bin immer nur am Familiencomputer, da ich es immer noch nicht hingekriegt habe meinen Laptop ans Internet zu schliessen. Deshalb kann ich keine Emails auf salusmobil.de bekommen. Schreibt bitte an web.de
8.8.07 10:04
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


tammy (10.8.07 19:29)
haaasi (: schön das du immer so viel erzählst, es ist voll toll zu lesen, dass es dir so gut geht in port lincoln (; ich beneide dich darum das du nen delfin gesehen hast, ich will auch mal :D und OH NEIN! laura hat fisch gegessen :b ich bin beeindruckt :D genieß deine zeit...

love you honey


Niki / Website (19.8.07 03:34)
hEY lAURA,

wAR ECHT SCHOEN DICH GESTERN BEI DEM ROTARYBRIEFING ZU SEHEN. mIT JEMANDEM ZU LABERN, DER DIE GLEICHEN ERFAHRUNGEN MACHT UND ENDLICH MAL WIEDER SEIT LANGEM EIN BISSCHEN DEUTSCH ZU REDEN WAR AUCH GANZ COOL, ABER IWIE AUCH STRANGE. sEHR KOMISCH, DASS WIR UNS UNBEWUSST MANCHMAL AUF ENGLISCH UNTERHALTEN HABEN, BIS UNS DANN WIEDER EINGAFELLEN IST, DASS WIR JA AUCH DEUTSCH REDEN KOENNEN
ICH FREU MICH SCHON VOLL AUF DIESES ROTARYWOCHENENDEN UND DEN TRIP...DAS WIRD BESTIMMT HAMMERGEIL! UND WIR WERDEN SURFEN LERNEN...IN AUSTRALIEN....JUHUU!!!
HOFFE DU HATTEST GESTERN NOCH EINEN SCHOENEN ABEND UND HEUTE NOCH VIEL SPASS MIT DEN OUTBOUNDS!!
hAB DICH LIEB, XOXOXO aNIKA

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